Die Zinsen bleiben heuer niedrig und der Wirtschaftsmotor brummt. Beim Konjunkturforum erfuhren Kärntner Unternehmer aus erster Hand, wo unser Bundesland mittlerweile Wien überholt hat und warum der Mensch trotz Digitalisierung im Vordergrund bleiben wird.

Nicht nur Friedrich Wilhelm Raiffeisen feiert heuer einen runden Geburtstag, nämlich seinen 200sten. Auch das Konjunkturforum hat Grund zum Jubeln, ging es heuer doch zum 25.

Die RLB-Vorstandsdirektoren Georg Messner, Gert Spanz und Peter Gauper mit den Referenten

Mal über die Bühne. Mit hochkarätigen Rednern, die am 7. März 2018 die Besucher im Casineum mit auf ihre Erfolgsreisen nahmen. Gleich zu Beginn zeigte Peter Gauper, Vorstandssprecher der Raiffeisen Landesbank Kärnten, auf, dass die Digitalisierung schon jetzt Realität ist. „In der Industrie und auch im Finanzbereich. Aber natürlich stellt sich die Frage, wie geht es mit dem Faktor Mensch weiter. Denn künstliche Systeme haben kein Herz und kein Hirn.“ Die Raiffeisenbanken in Kärnten stehen den Unternehmern nach wie vor mit Bankberatern vor Ort zur Verfügung. Und das zeigt auch Wirkung. „Jeder zweite Kärntner Betrieb arbeitet mit Raiffeisen“, so Gauper der auf die hervorragenden Konjunkturzahlen in Kärnten verwies.

Kärnten ist Vorzugsschüler
Raiffeisen Chefanalyst Peter Brezinschek bestätigte die Zahlen. „Kärnten holt auf und hat beim Einkommensdurchschnitt schon Wien hinter sich gelassen.“ Und auch der Ausblick ist ausgezeichnet, es herrscht Hochkonjunktur bei Wachstumsraten von knapp 3 Prozent. Erst 2020 dürften wir wieder das durchschnittliche Niveau von 1,3 Prozent erreichen. Unternehmern rät Brenzischek, jetzt zu investieren: „Anfang bis Mitte 2019 können wir mit ersten Zinsanhebungen rechnen.“ Aktuell sei die Inflation höher als die Renditen bei Anleihen. Die aktuellen Unruhen auf den Aktienmärkten sieht der Chefanalyst gelassen, weil die Aktienkurse nach seiner Einschätzung in USA und Japan derzeit zu hoch seien.

Industrie der Zukunft verkauft Nutzung und nicht Produkt
voestalpine-Vorstand Franz Rotter lud die Besucher des Konjunkturforums zum virtuellen Besuch des modernsten Edelstahlwerks der Welt ein. In drei Jahren soll es fixfertig in Kapfenberg stehen und volldigitalisiert funktionieren. Warum? „Die Digitalisierung ermöglicht eine noch bessere Qualität“, so Rotter der auch klar sagt, dass der Trend Jobs kosten wird. „Aber es werden im Gegenzug neue Arbeitsfelder entstehen.“ Schon jetzt gebe es aufgrund der demografischen Entwicklung einen Facharbeitermangel. „Deshalb wird auch in Zukunft der Mensch im Vordergrund stehen“, sagte Rotter, der gleich die Geschäftsmodelle der Zukunft vorstellte. So werde nicht mehr das Produkt verkauft, sondern dessen Nutzung. „Rolls Royce verkauft seine Turbinen nicht mehr an den Flugzeughersteller Boeing, sondern Boeing zahlt für jede Flugstunde, in der die Turbinen genutzt werden.“

Musik wird wieder analog
Dass die Digitalisierung die Musikbranche aufgemischt hat, ist schon seit den ersten illegalen Musikdownloads bekannt. „20 Jahre hat es gedauert, bis die Musikkonzerne jetzt endlich mit Downloads und Streams verdienen“, sagte Christian Gansch, Dirigent und Musikproduzent. Seine Branche erlebt aktuell wieder eine Rückbesinnung, für Platten werden Höchstpreise bezahlt. Unter anderem weil sie ein ganz anderes Klangspektrum bieten. Gansch nahm die Besucher mit auf eine Reise durch die Welt der Musik und zog auch Parallelen von einem Orchester zur Teamarbeit. So gebe es im Orchester insgesamt 20 Führungskräfte – bei jedem Instrument jeweils eine, die ihr kleines Team leitet. „Ein Star kann auf der Bühne nur erfolgreich sein, wenn im Hintergrund alles perfekt abläuft.“ Zum Schluss verriet Gansch, dass der aktuelle Schallplatten-Boom einen digitalen Hintergrund hat: „Die alten Aufnahmen wären alle schon verschwunden, wenn sie nicht digital remastert wären.“

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