Die dritte Auflage der Veranstaltungsreihe „Gespräch im Riesen“ in den Swarovski Kristallwelten thematisierte wieder ein brisantes Thema. Erziehungsexperten diskutierten über „Hochleistungskinder in einer Hochleistungsgesellschaft“. Zwei ehemalige Kinderstars, die Schauspielerin Ronja Forcher und die Solotänzerin Rebecca Horner gaben im Anschluss an einen Expertentalk sehr persönliche Einblicke in ihr Erwachsenwerden und ihre individuellen Karrieren.

von links: Moderator Günther Schimatzek, Philipp Streit (Institut für Kind, Jugend und Familie), Rebecca Horner (Tänzerin), Katharina Weiner (familylab Österreich), Ronja Forcher (Schauspielerin), Stefan Isser (GF Swarovski Kristallwelten) und Margrit Stamm (Erziehungswissenschafterin). Foto: Swarovski Kristallwelten

Die Swarovski Kristallwelten setzten einmal mehr einen hochwertigen Impuls in Bezug auf Familien mit Kindern. Stefan Isser, Geschäftsführer der Swarovski Kristallwelten, freute sich über die wunderbare Atmosphäre während der Veranstaltung: „Wir sind froh, bei „Gespräch im Riesen“ eine Plattform für Denkanstöße und interessante Diskussionen zu bieten, bei denen wir auch in die Tiefe gehen können“. Die hohe Qualität des Kinder- und Familienangebotes ist für die Swarovski Kristallwelten seit jeher von zentraler Bedeutung. Das umfangreiche Angebot reicht von Workshops, museumspädagogischen Programmen, einem Spielturm, dem zweimal jährlich stattfindenden Familientag bis hin zur Organisation von individuellen Kindergeburtstagen.

Bei der dritten Auflage von „Gespräch im Riesen“ diskutierten unter der Leitung von Moderator Günther Schimatzek die Erziehungsexperten Prof. Dr. Margrit Stamm (Erziehungswissenschafterin und Gründerin der Swiss Education in Bern), Katharina Weiner (Leitung familylab Österreich) und Dr. Philipp Streit (Vorstand des Institutes für Kind, Jugend und Familie).

Leistungsdruck in der Gesellschaft

Mit Blick auf den Leistungsdruck in unserer Gesellschaft hielt Weiner fest: „Für viele Eltern sind ihre Kinder Objekte, die erfüllen sollen, was sie selbst nicht erreichen konnten“. Sie kritisierte vor allem die ausschließliche Orientierung auf messbare Faktoren. Oft vergisst man darauf, dass wir es immer mit Menschen zu tun haben. Streit, Autor des Buches „Neue Autorität: Das Geheimnis starker Eltern“, wiederum zeigte sich überzeugt, dass gesundes Leistungsdenken in Sachen Kindererziehung wichtig sei. „Ein Kind muss die Möglichkeit haben, auf seine Leistung stolz zu sein.“ Stamm stellte fest, dass ein Zuviel an Förderung bei jungen Menschen nicht erstrebenswert sei, Konkurrenz aber per se nicht schlecht sei. Die Expertin empfiehlt: „Das Kind im Rahmen seiner Möglichkeiten fördern und individuelle Lösungen für jedes einzelne finden.“ Erfolgreiche Menschen, die später im Leben reüssieren, sind selten Menschen, die durch hohe Intelligenz oder durch herausragende schulische Leistungen auffallen. Für den Erfolg sind bestimmte Persönlichkeitsmerkmale sehr viel wichtiger, ist Stamm überzeugt.

Aufgelockert wurden die Diskussionsbeiträge auf dem Podium durch kurze Videozuspieler mit Statements der Tiroler Familientherapeutin Robin Menges und dem deutschen „Erziehungs-Papst“ Jan-Uwe Rogge.

Den Abschluss von „Gespräch im Riesen“ bildete ein sehr persönlicher Podiumstalk mit den ehemaligen Kinderstars, der Schauspielerin Ronja Forcher und Rebecca Horner, der nunmehrigen Solotänzerin an der Wiener Staatsoper. Beide empfanden die Zeit als Kinderstar keineswegs belastend, weil beide in dieser Phase bestmöglich von ihren Familien begleitet wurden. Forcher meinte, dass sie sich jetzt sehr viel öfter als „Hochleistungserwachsener“ fühlt, da seitens der Gesellschaft und Öffentlichkeit mehr Druck ausgeübt wird. Horner betonte die Wichtigkeit, dass auch Kinder in ganz jungen Jahren Erfolgserlebnisse feiern dürfen und damit Begeisterung entwickeln.