Die Kärntnerin hat Dr. Roman Braun zum Thema „Flirt in der Faschingszeit“ interviewt:

Warum ein Flirt im Kostüm prickelnder ist

Wenn der charmante Räuber auf die geheimnisvolle Waldfee trifft und ein Knistern zu spüren ist, weiß jeder Bescheid – die Faschingszeit ist wieder da! Nun ist nur noch eine Frage zu klären: Hätte sich das stille Mauerblümchen auch ohne Feen-Verkleidung getraut, den Blickkontakt zum selbstsicheren Räuber zu suchen? Die alljährliche Maskerade liefert nicht nur die perfekte Gelegenheit für die die ersten Annäherungsversuche, sondern gibt auch Spielraum, um in neue Rollen zu schlüpfen. Roman Braun, Lebenscoach- und Sozialberater, verrät die Tipps für einen gelungenen Faschingsflirt.

Flirten im Fasching macht besondere Laune – aber warum?

Roman Braun: Gerade im Fasching geraten wir in besondere Flirtlaune. Zum einen liegt das am besonderen Kontext. Im Fasching herrscht quasi „Narrenfreiheit“. Ausgelassenheit, Blödsinn und vorlautes Verhalten gehören dazu und sind mehr als erwünscht. Ein perfekter Rahmen also, um aus sich raus zu kommen und sich mehr als sonst zu trauen. Zum anderen liegt es an der Verkleidung selbst. Man setzt buchstäblich eine Maske auf und schlüpft in eine andere Rolle. Das führt u.a. dazu, dass wir auch die Eigenschaften unseres Kostüms annehmen – wie beispielsweise die taffe Polizistin, die aufreizende Krankenschwester, aber auch der abenteuerliche Astronaut. Gleichzeitig dient die Verkleidung als Schutz. Das erleichtert auch das Ansprechen und Anflirten des Gegenübers – denn geht es schief, kann man sich auf die Rolle rausreden, „man war schließlich nicht man selbst“.

Zeig mir dein Kostüm und ich sage dir, wer du bist?

Roman Braun: Hier muss ich leider enttäuschen. Die Wahl des Kostüms unterliegt so vielen Faktoren, dass es schlichtweg zu einfach wäre, Persönlichkeitsmerkmale abzulesen. So sind Personen in Clownskostümen nicht fröhlicher als Menschen, die sich als Leichenbraut verkleiden. Wem auf der Faschingsparty ein draufgängerischer Pirat à la Johnny Depp ins Auge gestochen ist, sollte nicht enttäuscht sein, wenn sich unter der Verkleidung eigentlich ein schüchterner Typ verbirgt. Aber auch das macht das Flirten im Fasching so spannend: Man sieht nicht wirklich, wer sich hinter der Maske und/oder Schminke verbirgt – das macht uns neugierig und spornt so manche/n an.

Flirtsignale richtig deuten

Roman Braun: Wie erkennt man nun, ob das Gegenüber Interesse hat? Ich empfehle mehr auf jene Zeichen zu achten, die unbewusst gesteuert werden, wie die Körpersprache.  Grundsätzlich gibt es drei Kategorien von positiven körpersprachlichen Signalen, die Männer aussenden. Erstens, klare Zuwendung des Körpers. Das geschieht ganz intuitiv. Wenn er Ihnen zum Beispiel sowohl die Schulter- und Hüftachse als auch die Fußspitzen zuwendet oder wenn der Körper des Gegenübers nach vorn gebeugt ist, weist alles darauf hin, dass Interesse besteht. Ein klares Zeichen sind zudem direkter Augenkontakt und Berührungen. Weniger offensichtlich: Die sogenannten „defensiv positiven Signale“. Wenn er sich beispielsweise durch die Haare fährt, die Hände in den Hosentaschen hat oder Fussel vom Hemd entfernt, ist es ein Ausdruck von Unsicherheit. Er hat Angst, etwas falsch zu machen. Schließlich gibt es noch die „positiv provokativen Signale“. Nicht jeder Mann möchte offen preisgeben, wie es um sein Interesse steht. Deshalb versucht er, es zu überspielen und verhält sich abweisend, um die Spannung zwischen Ihnen und sich aufzubauen. Man erkennt das aber gut, indem man sein Gesicht beobachtet: Lächelt er während und kurz nach der Geste, ist es nur ein Spiel.