Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung (AMB) feiert Jubiläums-Enquete mit ca. 350 Gästen. Abschluss der Sicherheitspartnerschaft mit der Polizei Kärnten.

Die Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung feierte gestern Abend gemeinsam mit Sozialreferentin LHStvin. Beate Prettner im Casineum Velden ihre 10. Landesenquete. Die Landesenquete findet alljährlich um den 3. Dezember, dem internationalen Tag der Menschen mit Behinderung, statt. Diese Veranstaltung ist kärntenweit das größte jährliche Highlight für Menschen mit Behinderung sowie deren Interessensvertreter. „Jedes Jahr steht unsere Enquete unter einer anderen für unsere Zielgruppe relevanten Thematik“, erläutert Scheiflinger. Sie erinnert an die Enquetethemen wie „Freiwilligenarbeit“, „Sachwalterschaft versus Selbstbestimmung“ oder an den Themenbereich „Robotics“ im letzten Jahr. Darüber hinaus veranstaltet die Anwaltschaft unterm Jahr auch zusätzliche Workshops oder weitere Fachtagungen, wie z.B. dieses Jahr zum Thema Erwachsenenschutzrecht NEU.

Gemeinsam.Sicher: Polizei Kärnten und Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung.
Die Landesenquete hatte dieses Jahr zwei thematische Schwerpunkte:

Im ersten Teil ging Frau LHStvin Drin Beate Prettner im Rahmen ihres Vortrages auf die politischen Herausforderungen ein, die mit der umfassenden Inklusion von Menschen mit Behinderung in allen Lebensbereichen verbunden sind. Darüber hinaus präsentierte sie auch einen aktuellen Zwischenbericht zum Kärntner Landesetappenplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention.

In der Folge ließ Scheiflinger ihre bisherige, fast 10-jährige Tätigkeit als Anwältin für Menschen mit Behinderung, Revue passieren. Besonders stolz ist sie auf das große Vertrauen, dass dem Team der Anwaltschaft von Menschen mit Behinderung entgegengebracht wird. Seit April 2009 wurden mehr als 16.000 Klienten beraten und für diese Klienten über 65.000 Interventionen (das sind durchschnittlich 27 Interventionen pro Tag) getätigt“, fasst Scheiflinger zusammen. Täglich wenden sich zwischen 6 bis 7 neue Klienten an die Anwaltschaft.

„Scheiflinger hält fest, dass die AMB über die persönliche Klientenberatung hinaus auch als gesetzliche Interessensvertretung der Menschen mit Behinderung eine zentrale Aufgabe erfüllt. Dies z.B. im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit, bei Gesetzesbegutachtungen oder als Auskunftsperson für z.B. Landtagsausschüsse. Weiters verweist Sie auf die von der Anwaltschaft im heurigen Jahr herausgegebene Informationsbroschüre, die alle zentralen Leistungen für Menschen mit Behinderung auf Bundes- und Landesebene vorstellt und über die AMB jederzeit zu beziehen ist. Auch die von der Anwaltschaft bereits 2014 in Auftrag gegebene Studie zur Barrierefreiheit von Tourismus- und Freizeitbetrieben in Kärnten, hat  wesentlich zum weiteren Ausbau der Barrierefreiheit beigetragen.

Zukünftige Herausforderungen

Scheiflinger nahm sich in ihrer Rede auch die Zeit, auf zukünftige Herausforderungen einzugehen. Denn so will sie sich in den kommenden Jahren verstärkt für eine Verbesserung der Versorgungsangebote im Wohnbereich für Menschen mit Behinderung einsetzen. Aktuell gibt es eine Warteliste von ca. 200 Personen, die dringend einen Wohnhausplatz benötigen. Weiteren Handlungsbedarf sieht sie beim weiteren Ausbau der familienentlastenden Dienste sowie der persönlichen Assistenz. Es bedarf einer weiteren Stundenaufstockung, damit die Menschen mit Behinderung und deren Angehörige ausreichend unterstützt und selbstbestimmt Leben können. Auch die Situation von arbeitssuchenden Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen hat sich in den letzten Jahren deutlich verschlechtert. Jede 4. arbeitssuchende Person hat eine gesundheitliche Einschränkung und daher Nachteile bei der Arbeitssuche.

Ein zentrales Anliegen ist Scheiflinger auch die Installierung eines unabhängigen Landesmonitoringausschusses zur Überwachung der Einhaltung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Polizei.Macht.Menschen.Rechte

Der zweite Schwerpunkt der Landesenquete stand unter dem Motto „Polizei.Macht.Menschen.Rechte“. Höhepunkt hier war die Unterzeichnung einer Sicherheitspartnerschaft zwischen der Landespolizeidirektion Kärnten und der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung. „Die Sicherheitspartnerschaft mit der Landespolizeidirektion Kärnten soll ermöglichen, an die Anwaltschaft herangetragene Fragestellungen zur Sicherheit möglichst rasch mit der Landespolizeidirektion abstimmen zu können. Dadurch können wir unseren Klienten auch in diesem Bereich eine rasche und unbürokratische Hilfe garantieren, freut sich Scheiflinger auf die zukünftige noch stärkere Zusammenarbeit. Im Rahmen der Enquete hat Herr Oberst Gabrutsch u.a. die Sicherheitspartnerschaft in einem  Impulsreferat vorgestellt und stand im Anschluss auch für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung.

Feierlich umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Tanzschule Ulrike Adler- Wiegele. Im Rahmen des Auftritts begeisterten unter anderen die Gold- sowie Silbermedailliengewinnerinnen im Tanzen der diesjährigen Special Olympics in Schladming.