Prim. Priv.- Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und bei den
Barmherzigen Brüdern St. Veit an der Glan warnt: Die Hitze kann zum Kreislaufstillstand
führen. Foto: © StudioHorst

30 Grad im Schatten: Die nächste Hitzewelle zieht ins Land und lockt wieder viele an die Badeseen und ins kühle Nass. Doch nahezu tropische Temperaturen können den Kreislauf so sehr belasten, dass man ernsthafte gesundheitliche
Probleme bekommt. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Herz-Kreislaufstillstand. Doch wo liegen die Gründe und wie schützt man seinen Körper vor dem Kollaps. Prim. Priv.- Doz. Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und bei den Barmherzigen Brüdern St. Veit an der Glan klärt auf, warum der
Hitzesommer 2017 unserem Körper zu schaffen macht und wie man erste Hilfe
leistet.

Gestern kühl, heute schwül-warm, morgen wieder heiß – Kreislaufprobleme im Sommer
entstehen oft, wenn Hitze und hohe Temperaturen die eigene Körpertemperatur von 37 Grad überschreiten. Trinken, trinken, trinken – so lautet der Rat für heiße Tage. Wenn der Durst kommt, ist es häufig schon zu spät. “Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel, oder Müdigkeit sind die Folgen. Ähnliche Symptome können entstehen, wenn zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen wurde. „Hitze erzeugt Schwitzen, das wiederum ,verbraucht’ Flüssigkeit und Salze was zu einer Flüssigkeitsunterversorgung und einer Elektrolytstörung führt“, erklärt der Notfallmediziner Dr. Michael Zink und warnt, denn schon heuer sind in Kärnten Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Gerade beim Aufenthalt in der prallen Sonne und vor dem Sprung ins kühle Nass lauert die Gefahr.

Schwindel und Rhythmusstörungen nicht ignorieren
Da das Blut schlechter zirkuliert, kann es zu Übelkeit oder Schwindel – im schlimmsten Fall
zum Kreislaufstillstand kommen. Wenige Sekunden später wird die betroffene Person
bewusstlos. Primar Dr. Michael Zink, aktiver Notarzt auf dem Rettungshubschrauber
Christophorus 11, über die gefährlichen Vorboten: „Manchmal gehen dem Stillstand
Rhythmusstörungen voraus, die können sich auch als Schwindel äußern.“ Besonders achtsam sein sollten jedoch Herzkranke oder Menschen, die an einer Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, Übergewicht, einer Zuckerkrankheit oder einer familiären Vorgeschichte leiden. Sie zählen zur Risikogruppe neben den Rauchern, Herzinfarkt-Patienten und auch Personen mit einer geringen körperlichen Inaktivität“, warnt Zink. Doch auch plötzlich und ohne Anzeichen einer Erkrankung kann das Herz aufhören zu schlagen und der Atem aussetzen, wissen Experten.

Die richtige Wiederbelebung
Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde, denn bereits nach drei Minuten können
schwere Dauerschäden im Gehirn entstehen. Bis Rettung und Notarzt eintreffen, dauert es
trotz gut ausgebautem Rettungssystem durchschnittlich zwischen 8 und 15 Minuten, die
einzige Überlebenschance in dieser Zeit ist – erste Hilfe. „Ein Mensch, der auf Grund eines
Kreislaufstillstandes bewusstlos wird, befindet sich in einem Zustand zwischen Koma und
Hirntod und verspürt keinen Schmerz, d. h., man kann ohne Bedenken die möglicherweise
schmerzhaften Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen.“

Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Erste Hilfe-Maßnahmen zusammengefasst.
Erste Hilfe Anleitung – Was tun beim Kreislaufstillstand?
Prüfen. Rufen. Drücken.
Wenn eine Person bewusstlos zusammenbricht, sind drei Dinge wichtig:
1. PRÜFEN
• Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“
• Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion?
• Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung oder keine normale Atmung
(Schnappatmung)?

2. RUFEN
• Rufen Sie 112 an
• Oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf

3. DRÜCKEN
Drücken Sie fest und schnell. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage:
• Machen Sie den Brustkorb frei
• Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen
Hand darüber
• Verschränken Sie die Finger. Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht
mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben
• Drücken Sie das Brustbein 5 – 6 cm nach unten
• Drücken Sie 100 bis 120 mal pro Minute
• Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft
• Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30
Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.