Am vergangenen Freitag fand im Schloss Mondsee der Jahresausklang des Senat der
Wirtschaft statt. Highlight der Veranstaltung war die Verleihung des SDG AWARDs in der
Basilika des Schloss Mondsee durch den Ethikbeirat des Senats „für eine ökologisch-soziale
Wirtschaft und Gesellschaft in Balance“.
Die Privatbrauerei Hirt durfte mit Freude und Stolz die Auszeichnung entgegennehmen. Ein
Beweis und ein weiterer Ansporn für die jahrelangen vorausschauenden Investitionen in die
Zukunft des Standortes Hirt und deren Beteiligten. So bleibt Hirt modern, interessant und
enkeltauglich.

v.l.n.r. Dr. Johannes Linhart (Geschäftsführer Klima-Allianz/Mittelstand Allianz), Dr. Ursula Vavrik (Direktorin von New Ways)
Mag. Mario Donner (Privatbrauerei Hirt), Mag. Gerhard Grabner (Wirtschaftsdirektor Stift Göttweig). Foto: SDG-Award

Wie werden in Hirt die beiden Ziele „Nachhaltige Konsum- und Produktionsmethoden“
und „Klimawechselmaßnahmen in Strategie und Planung“ integriert?
Die Privatbrauerei Hirt ist zu 80 % stromautark
Die Brauerei produziert seit mehr als 50 Jahren eigenen Strom. Zwei eigene
Wasserkraftwerke an der Metnitz – quasi vor der Haustüre – liefern ca. 600.000 kW/h
Zusätzlich seit 2014: Eigene Photovoltaik Anlage ca. 400.000 kW/h
1.368 Platten am Dach der Brauerei sparen jährlich ca. 230 Tonnen CO2 ein
Welche weiteren Bemühungen der Brauerei tragen zum Umweltschutz bei?
Wir verpflichten uns nach wie vor selbst, Mehrweggebinde zu verwenden:
Wiederverwertbares Glas oder Fässer machen mehr als 94 % aus. Wir versuchen, unsere
Biere nach alten Brautraditionen so natürlich wie nur möglich herzustellen. Dadurch kommt
eine Pasteurisierung, wie sie bei Dosenbieren notwendig ist, für uns nicht in Frage.

Was wird noch getan, um die Umwelt zu schützen?
Zusätzlich werden 30.000 bis 50.000 Euro im Jahr für Isolierungen investiert – um
Strahlungsverluste bei Leitungen so gering wie möglich zu halten und kontinuierlich
einzusparen. Unsere Heizung haben wir vor einigen Jahren von Erdöl auf Erdgas umgestellt, um so wenig Energieverluste wie möglich zu haben. Vieles läuft auch über
Wärmerückgewinnung in der Produktion. Ein weiterer wichtiger Beitrag ist, dass wir sehr
auf die Reinheit des Abwassers vor der Einleitung in die Kläranlage achten.

Woher stammen die Rohstoffe für das Hirter Bier?
Die gesamte Gerste, die wir verwenden, wird in Österreich produziert. Mittlerweile stammt
ein sehr großer Teil – über 500 Tonnen – sogar aus Kärnten. Die positiven Auswirkungen: Die Wege sind kurz und die Umwelt wird dadurch weniger belastet.

Wie sieht es mit den anderen Zutaten für das Hirter Bier aus?
Das nächst gelegene Anbaugebiet für unseren Hopfen ist das Mühlviertel. Diesen Hopfen
verwenden wir vor allem für unsere Bio-Biere, die zu 100 % österreichische Biere sind.
Zudem beziehen wir Hopfen aus Deutschland, Hallertau, dem weltgrößten
Hopfenanbaugebiet. Ein geringer Teil kommt aus Tschechien, aus Saaz – dort wird einer der
qualitativ höchstwertigen Hopfen angebaut. Hanfsamenkörner für unser Biohanfbier stammen aus Grafenstein in Kärnten.

Wie setzt die Brauerei Hirt ihr soziales Engagement um?
Wir sind ein wichtiger regionaler Arbeitgeber in unserer direkten Umgebung. Wir sind sehr
stolz, dass der Großteil unserer Mitarbeiter aus dem Metnitz- und Gurktal stammt. Bei dem
großen Umbau für die Bierathek und die neuen Büros haben wir großen Wert darauf gelegt,
ausschließlich Firmen aus der Region zu beauftragen. Medizinische Vorsorge
Untersuchungen für unsere MitarbeiterInnen sowie ermäßigte Massagen im Unternehmen.

Slow Brewing zertifiziert
Durch die Slow Brewing Zertifizierung verschreibt sich die Privatbrauerei Hirt alle Biere
unter Berücksichtigung wichtiger Kriterien herzustellen. Slow Brewing ist das konsequenteste Gütesiegel am internationalen Biermarkt. Es bewertet Bier und Brauerei. Im Fokus stehen der konstant herausragende Geschmack und die Bekömmlichkeit des Bieres, die Qualität der Rohstoffe, die Qualität des Brauprozesses und der Produktion sowie die Qualität der Unternehmensführung und Unternehmenskultur.

Der Privatbrauerei Hirt wurde 2014 als erstem Kärntner Unternehmen das Ethik-
Gütesiegel des Wirtschaftsethik Institutes Stift St. Georgen (WEISS) verliehen.
Um das Siegel zu erhalten, durchlaufen Unternehmen einen integrativen Ethik-Check. Dieser wurde vom WEISS in Zusammenarbeit mit internationalen Ethikprofessoren entwickelt und orientiert sich an der ISO 26000, dem internationalen Leitfaden für verantwortungsvolle Unternehmensführung.

IFS zertifiziert
Seit Jänner 2014 ist die Privatbrauerei Hirt IFS (International Food Standard) zertifiziert.
Dieser Qualitätsstandard wurde speziell für die Lebensmittelindustrie entwickelt, die
Eigenmarkenprodukte an Handelsunternehmen liefert. Er dient der einheitlichen Überprüfung der Lebensmittelsicherheit und des Qualitätsniveaus der Produzenten.

Mitglied der CULTUR Brauer
Die österreichischen CULTURBrauer haben sich im Jahr 2008 zusammengefunden, um die
österreichische Bierkultur zu fördern und die Biervielfalt des Landes zu beleben. Von
Vorarlberg bis Niederösterreich besinnen sich diese acht Privatbrauereien seit jeher auf ihre
Herkunft und können dabei aus ihrem vollen Erfahrungsschatz schöpfen.
Mitglied bei den Freien Brauer

Familienunternehmen sind das Rückgrat unserer Volkswirtschaften, sie schaffen
Arbeitsplätze, stabilisieren die Wirtschaft, engagieren sich für ihre Region und Gesellschaft
und stellen ihre Innovationskraft tagtäglich unter Beweis. Ihrer Flexibilität bei gleichzeitiger
Standhaftigkeit ist es zu verdanken, dass zentrale europäische Volkswirtschaften, darunter
Österreich, besser durch die herausfordernden Zeiten kommen als andere Länder.

Familienunternehmen glänzen mit Kundennähe und Service.
Die Freien Brauer machen sich dies zunutze: 41 mittelständische Privatbrauereien in
Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden, die konzernunabhängig und seit Generationen in Familienbesitz sind, haben sich in der Initiative zusammengeschlossen – darunter auch die Brauerei Hirt.

Was ist der SDG-Award und wofür steht er?
Die Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sind politische
Zielsetzungen der Vereinten Nationen (UN), die der Sicherung einer nachhaltigen
Entwicklung auf ökonomischer, sozialer sowie ökologischer Ebene dienen sollen. Diese Ziele
der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung sind Entwicklungsziele für die Menschen, den
Planeten und den Wohlstand.

Diese Initiative des Ethik-Beirates des SENAT DER WIRTSCHAFT hat zum Ziel, Pioniere
bei der Umsetzung der SDGs durch Auszeichnung einem breiteren Publikum bekannt zu
machen.