Der Großvater der heutigen Unternehmerin, Josef Mischitz, zimmerte als Tischler noch selbst Särge und lieferte diese ins Trauerhaus. 1968 legte ihr Vater Engelbert die Konzessionsprüfung für das Bestattungsgewerbe ab und gründete die Firma „Bestattung Mischitz“ mit den zwei Betriebsstandorten in Eberndorf und Bad Eisenkappel. Nachdem diese beiden Gemeinden auf ihr Prioritätsrecht verzichteten übernahm er auch die gesamte Organisation einer Bestattung.

Delegierte Elke Glaboniat, Bezirksgeschäftsführerin Anja Marin, Vizepräsidentin Sylvia Gstättner, Claudia Possautz, Bezirksvorsitzende Beatrix Stornig.
© WKK Delegierte Elke Glaboniat, Bezirksgeschäftsführerin Anja Marin, Vizepräsidentin Sylvia Gstättner, Claudia Possautz, Bezirksvorsitzende Beatrix Stornig.

Der größte wirtschaftliche Einschnitt erfolgte für das Familienunternehmen im Laufe des EU-Beitrittes Österreich. Plötzlich fiel die „Bedarfserhebung“ zur Gründung einer Bestattung weg. Das Bestattungsgewerbe wurde dem freien Markt ausgesetzt und andere Bestattungsunternehmen auf einmal zu Konkurrenten.„Eine Herausforderung, die unser Familienbetrieb stets seriös und vor allem pietätvoll meisterte“, erzählt uns die Unternehmerin. 1996 absolvierte Claudia Possautz die Unternehmer- sowie Konzessionsprüfung für das Bestattungsgewerbe.Ab diesem Zeitpunkt arbeitete sie umfangreich im Familienbetrieb ihrer Eltern „Bestattung Mischitz“ in Eberndorf mit. Im Oktober 2016 übernahm Frau Possautz dann als neue Innhaberin den väterlichen Betrieb. Tragischer Weise verstarb Vater Engelbert, nach 45 Jahren als selbständiger Unternehmer, nur 4 Monate später.

„Das Bestattungsgewerbe hat in den letzten 50-60 Jahren einen großen Wandel durchlebt und meine Familie immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt.“


Claudia Possautz

„Regional bin ich die einzige weibliche Bestatterin und besitze das einzig privat geführte Bestattungsunternehmen.
Ich habe mit der Übernahme dem Betrieb auch einen neuen Namen gegeben, um den Kunden noch mehr Zugehörigkeit zu vermitteln“, erzählt die Unternehmerin. BESTATTUNG JAUNTAL steht für Qualität, Feingefühl und kompetente Beratung in schweren Zeiten. Das Logo des Unternehmens stellt ein Gänseblümchen dar, auch als Himmelsblume bekannt. Zusätzlich verlegt die umtriebige Bestatterin eine Fachzeitschrift mit dem Titel „Gedanken ans Gedenken.“ Hier finden Trauernde, aber auch andere interessierte Leser, passende Zeilen die begleitend und unterstützend das Thema Trauer behandeln.

„Eine meiner Stärken ist, an mich zu glauben.“

Claudia Possautz

„Auch einzigartig an meiner Dienstleistung ist sicherlich mein Betriebsstandort in Bad Eisenkappel. Ich ermögliche den dort lebenden Menschen den Zugang zu einer örtlichen Bestattung und kann somit weite Wege für die Hinterbliebenen in einer sehr ländlichen Region vermeiden. Auch das bringt mir einen Vorteil meinen Mitbewerbern gegenüber.
Wir haben aber auch immer wieder Beerdigungen in anderen Bezirken, Städten – wie Völkermarkt, Klagenfurt und Graz – durchgeführt, sowie Überführungen von/nach Slowenien, Deutschland oder Holland.
Durch die  Entwicklung verschiedenster Bestattungsarten (Feuer-, Baum-, Diamant- bestattungen) sind dem Potential meiner Dienstleistungen kaum mehr Schranken gesetzt“, schildert Claudia Possautz.

Mein Motto lautet: „Lächle“ – Alles andere ist Zeitverschwendung!

Claudia Possautz

„Auch als Vorteil sehe ich mein eigenes Großwerden in unserem Betrieb. Von Kind an war das Thema Tod kein Tabu. So wurde mein Vater z.B. zu Weihnachten zu einem Verstorbenen gerufen und unsere Bescherung wurde somit hinten angestellt. Für uns gibt es keinen Dienst nach Vorschrift oder Uhrzeit. 24 Stunden, Tag und Nacht, 365 Tage im Jahr. Der Tod kennt weder Wochenende noch Feiertage. Für mich gibt es keine Bürozeiten, wie für MitarbeiterInnen größerer Bestattungsunternehmen. Immer sensibel für Hinterbliebene da zu sein ist eine große Aufgabe. Denn trotz des ganzen Stresses ist eines besonders wichtig, immer mit Herz im Einsatz zu sein. Auch werde ich beim Einkaufen oder im Gasthaus öfters auf das Thema „Bestattung“ angesprochen. Somit wird das Tabu Thema „Tod“ in den Alltag integriert und erhält so immer mehr seinen nötigen sozialen Stellenwert. Ich bin in diesen Beruf hineingewachsen. Es ist für mich ein gelebter Beruf und war immer Teil meines Lebens“, sagt die Mutter von drei Kindern.

„Ich wurde Unternehmerin, weil das mein Platz ist.“

Claudia Possautz

Sternenkinder

Das Thema „Sternenkinder“ und deren Beisetzung ist der Unternehmerin ein besonders großes Anliegen. Sternenkinder sind Babys die noch im Mutterleib oder kurz nach der Geburt versterben. In Österreich gibt es für Sternenkinder unter einem Gewicht von 500 g nur eine Kannbestimmung zur Beisetzung. Ab einem Gewicht von 500 g eine Mussbestimmung. „Ich selbst bin Mutter eines Sternenkindes und musste 2007 meinen Sohn, vier Tage nach seiner Geburt, beerdigen.
Ich gründete kurz danach eine Selbsthilfegruppe und versuche seither Müttern und deren Familien gleichen Schicksals mit meiner persönlichen Erfahrung und meinem Fachwissen als Bestatterin zu helfen.
Den Schmerz nachzuvollziehen, wenn plötzlich der Freude, den Herzschlag seines Kindes bei jeder Ultraschalluntersuchung zu hören oder die kleinen Tritte im Bauch zu spüren, die nüchterne Gewissheit gegenübersteht, das eigene Kind lebt nicht mehr, ist unbeschreiblich“, berichtet Claudia Possautz.

© WKKDelegierte Elke Glaboniat, Bezirksgeschäftsführerin Anja Marin, Vizepräsidentin Sylvia Gstättner, Claudia Possautz, Bezirksvorsitzende Beatrix Stornig.

Ihre Vision dahingehend ist, dass es gesetzlich verpflichtend wird, jedes Sternenkind beizusetzen. Auf jedem Friedhof sollten kleine Flächen geschaffen werden, um dies kostengünstig zu ermöglichen. „Dankbar bin ich jeder Plattform, die mich hierbei unterstützt und mir hilft, speziell Frauen dahingehend aufzuklären. Denn fast jede dritte Frau wird im Leben persönlich mit diesem Thema konfrontiert.“

Hobbygärtnerin Claudia

Ihre Freizeit verbringt die dreifache Mutter gerne beim „Garteln“ und kümmert sich mit großer Leidenschaft um die Blumenpracht in ihrem Garten. Reisen mit ihrem Mann Herbert, ihrem Sohn Matthias 14 Jahre, ihren Töchtern Patricia 19 Jahre,  Pascale 20 Jahre und dem Malteserhund Lilly stehen ebenfalls ganz oben auf der Hobbyliste. „Erfolg bedeutet für mich, in die lachenden Augen meiner Kinder zu schauen“, sagt Claudia Possautz mit einem Lächeln im Gesicht.

Wordrap:

  • Eine meiner Stärken ist an mich zu glauben.
  • Zum Job-Ausgleich bin ich Hobby Gärtnerin, liebe es zu Reisen.
  • Was ich in Zukunft noch gerne umsetzen möchte ist, viele gesunde Jahre mit   meiner Familie zu verbringen.
  • Erfolg bedeutet für mich in die lachenden Augen meiner Kinder zu sehen.
  • Als Kind wollte ich Mutter werden.
  • Mein persönliches Vorbild sind meine Eltern.
  • Ich wurde Unternehmerin, weil das mein Platz ist.
  • Der größte Erfolg in meinem Leben sind meine Kinder.
  • Was mich immer fasziniert ist ein Regenbogen.
  • Auf meinem Nachttisch liegt mein Mann, aber natürlich im Bett.
  • Krank macht mich Streit.
  • Mein Motto lautet: „Lächle“ – Alles andere ist Zeitverschwendung!