CANDA“ – starkes Netzwerk für den fachlichen Austausch in der Pflege

Pflegedirektoren der Kärntner Krankenanstalten und Rehabilitationseinrichtungen gründen eigene Vereinigung.

CANDA-Vorstand v.l.n.r.: Die Pflegedirektorinnen Claudia Blasnig (Humanomed Zentrum Althofen), Doris Kazianka-Diensthuber, MAS (KABEG Gailtal-Klinik Hermagor), Bettina Schwitzer, B.A. (Privatklinik Villach GmbH & Co KG) sowie DGKP Michaela Wutti, MBA (A.ö. Krankenhaus Spittal/Drau) Nicht am Bild: Christine Schaller-Maitz, MSc. (A.ö. Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan. Foto: Prosign Klaus Hadler

Mit der Gründung der „Carinthian Nurse Directors Association“, kurz CANDA, haben sich die Pflegedirektionen der Kärntner Krankenanstalten vernetzt. Die Vereinigung dient dem Informations- und Wissensaustausch der Pflege-Führungskräfte in den Kärntner Krankenanstalten und Rehabilitationseinrichtungen. Sie stellt sich Entscheidungsträgern aus Politik und Gesellschaft als Expertengremium für Fragen rund um die Versorgung der Bevölkerung durch die allgemein-öffentlichen, privaten und konfessionellen Kärntner Krankenanstalten zur Verfügung.

CANDA: Die Pflegedirektoren der Kärntner Krankenanstalten und Rehabilitationseinrichtungen gründeten eine eigene Vereinigung Foto: Prosign Klaus Hadler

Bessere Vernetzung und Zusammenarbeit

Im Verein CANDA haben sich die Pflegedirektoren und -direktorinnen der allgemein- öffentlichen, privaten und konfessionellen Kärntner Krankenanstalten zusammen- geschlossen. „CANDA steht für den fachlichen Erfahrungsaustausch und das Einbringen von Fachexpertise bei Fragen rund um das Gesundheitswesen Kärntens“, so die Präsidentin der Vereinigung und Pflegedirektorin der Gailtal-Klinik, Doris Kazianka-Diensthuber, MAS. „Für uns ist es wichtig, uns zu vernetzen, Wissen untereinander auszutauschen und Synergieeffekte wirksam zu nutzen, um eine konstant hohe Pflegequalität für die Patienten sicherzustellen“, betont die Präsidentin. Gerade in Anbetracht des zunehmenden Bedarfs an qualifizierten Pflegekräften sei es notwendig, eine „starke Stimme“ zu schaffen und gleichzeitig die Eigenständigkeit des Pflegeberufs zu fördern. Der Name der Vereinigung lehnt sich dabei an ANDA an, der nationalen Österreichischen Vereinigung der Pflegedirektoren.

Mitsprache und mehr Einfluss gefordert

„Eine der wesentlichen Aufgaben der offiziellen Vernetzung wird es sein, die Position der Pflege wirksam zu vertreten und gesundheitspolitische Entscheidungen aktiv mitzugestalten“, betont die CANDA-Präsidentin. „Viele Entscheidungen, die den Arbeitsalltag der Pflegekräfte prägen, werden in Gremien getroffen, in denen vor allem Ärzte und Kassen miteinander sprechen. Vertreter der Pflegefachkräfte sitzen oft nicht mit am Tisch. Das muss sich ändern“, fordern die Mitglieder der neuen Vereinigung, die sich aus einer langjährigen Arbeitsgemeinschaft gebildet hat. „Die Erkenntnisse aus der Vielzahl an gemeinsamen Projekten, die wir bis jetzt schon als Arbeitsgruppe durchgeführt haben, sind immens wichtig für die Weiterentwicklung des Kärntner Gesundheitswesens“, ergänzt die Präsidentin von CANDA.

Sie betrachtet CANDA als eine erfolgreiche Weiterentwicklung dieser Arbeitsgruppe: Die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen brauche mehr Mitspracherecht im Gesundheitssystem und müsse ihre Interessen stärker vertreten können. Die Stimme der CANDA solle in verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens ihren Stellenwert erhalten und genutzt werden. Dies seien zum Beispiel die Gesundheitsplattform und die Zielsteuerungskommission. „Damit fließen im Rahmen des Wissensmanagements neueste Erkenntnisse der Pflege in die Entscheidungen mit ein“, erklärt die Präsidentin.

Vernetzung innerhalb der Krankenanstalten

Doch auch die Zusammenarbeit innerhalb der Kärntner Krankenanstalten wird vom Verein CANDA unterstützt. Im Vordergrund stehen dabei der Gedankenaustausch und das Miteinander der Pflegeverantwortlichen. Angestrebt werden auch eine engere Vernetzung der Einrichtungen untereinander und die Umsetzung weiterer gemeinsamer Projekte. „Zugleich wollen wir auch Ansprechpartner der nationalen Pflegedirektoren-Vereinigung sowie des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands (ÖGKV) sein“, betont Kazianka-Diensthuber, die den Verein CANDA gemeinsam mit den Vorstandsmitgliedern lenkt.

Gut gerüstet in die Zukunft
Von der Geburt bis zum Sterbebett – Pflege spielt in allen Phasen menschlichen Lebens eine wichtige Rolle. Das erfordert viel Wissen, Erfahrung und Kommunikation, aber auch Empathie und Engagement. Jedoch führt das Thema Pflege in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals ein Schattendasein, obwohl das gesellschaftliche Problem immer größer wird. Gerade im Hinblick auf die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens ist die Expertise der Pflegenden von größter Bedeutung. Die Präsidentin konkret: „Der Schlüssel für eine gute Pflegeversorgung in Kärnten liegt auch in Zukunft darin, ob es gelingt, ausreichend gut qualifiziertes Personal für diesen Bereich zu gewinnen.“

Ein Blick in die Zukunft zeigt die zahlreichen Herausforderungen im Gesundheitswesen, die es zu bewältigen gilt. So ist es das Ziel, auch in Zukunft für höchste pflegerische Qualität am Krankenbett zu sorgen. Es geht um die Pflegeplanung und die Versorgung der Patienten. Zeitressourcen müssen optimal genützt werden. Die Pflege ist die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen und zugleich die einzige, die 24 Stunden durchgehend am Patientenbett präsent ist. Dadurch sind den Pflegekräften Prozessabläufe, mögliche Ressourcen, aber auch zu lösende Probleme bestens bekannt.

Gemeinsame Visionen umsetzen
Der fünfköpfige Vereinsvorstand ist sich sicher: Damit sich die Herausforderungen unserer Zeit bewältigen lassen, ist es nicht nur notwendig, gemeinsame Visionen zu haben, sondern diese Visionen auch gemeinsam in die Tat umzusetzen. Die dafür notwendige Vernetzung bietet CANDA. Der Zusammenschluss wird nicht zuletzt dazu führen, dass die Pflege mehr Wertschätzung und Aufmerksamkeit erhält. „Es ist auch ein wichtiger Schritt, um die Pflege als attraktiven Beruf zu stärken“, schließt Doris Kazianka-Diensthuber.